Unsere Frettchen die zur Zucht eingesetzt werden sind von uns sorgfältig ausgesucht worden. Wir achten penibel drauf das es in den Vorgenerationen keine Gendefekte oder erblich bedingte Krankheiten wie zum Beispiel: Hodenhochstand, Taub- oder Blindheit oder ähnliches gab. Dies ist die Grundvoraussetzung für eine verantwortungsvolle Zucht.
Da wir unsere Frettchen artgerecht in großen Außenvolieren pflegen, kennen sie den natürlichen Ablauf von Sommerzeit / Winterzeit ( lange und kurze Tage ) bzw warm und kalt. Dadurch werden sie nur einmal im Jahr ranzig und bekommen wenn überhaupt nur einmal im Jahr Welpen. Der jährliche Zyklus der sexuellen Aktivität und Inaktivität wird durch helles Licht und Dunkelheit gesteuert. Zum Frühlingsbeginn werden die Tage länger, während die Nächte kürzer werden. Der Wechsel der Tageslänge wird von der Netzhaut des Auges wahrgenommen, so daß entsprechende Signale an das Gehirn weitergeleitet werden. Diese Signale werden an die Hirnanhangdrüse weitergegeben, die nun das "follikelstimulierende Hormon" , kurz FSH, genannt ins Blut absondert. Auf diese Weise wird auch die Produktion jener Hormone in Gang gesetzt, die die sexuelle Aktivität steuern. Dadurch, daß die Länge der Tage und nicht etwa die Temperatur als auslösender Faktor für die Fortpflanzungsbereitschaft verantwortlich ist, werden Abweichungen wie Früh- oder Spätgeburten bei uns weitgehend ausgeschlossen.Wir haben festgestellt, das die Intensität, die Wellenlänge und die Dauer des Lichteinfalls selbst diesen Zyklus in Verbindung mit der Länge der Nachtphase beeinflussen.
Somit kommen unsere Frettchen im März / April, bis in den August hinein, in die Ranz. Die Ranz bzw Paarungsbereitschaft ist bei der Fähe an der Haselnuss großen angeschwollenen Vulva zu erkennen. Gleichzeitig wird eine leicht klebrige Flüssigkeit abgesondert, die häufig die gesamte Unterseite der Hinterbeine, des Unterleibs und der Schwanzgegend benetzt, was zu einer Verstärkung des Körpergeruchs führt.Beim Rüden erkennt man die Paarungsbereitschaft an den vergrößerten und angeschwollenen, nach außen hin vortretenden Hoden. Das luteinisierende Hormon, kurz LH genannt, veranlasst die Hoden, das männliche Sexualhormon Testosteron zu produzieren.Sobald eine gewisse Konzentration LH im Blut erreicht ist, beginnt der Rüde bestimmte sexuelle Verhaltensweisen, wie zum Beispiel das Bespringen der Fähe, auszuüben. Während eine geringe Erhöhung des Testosteronspiegels genügt, um eine Begattung auszulösen, muß diese jedoch drastisch erhöht werden, um zur Produktion von ausgereiften Spermien zu führen. Dies heißt: Dass der Rüde Paarungsbereitschaft signalisiert, bevor er überhaupt befruchtungsfähige Spermien produziert. In dieser Phase kann es zur so genannten " sterilen Begattung " kommen, so daß bei der Fähe dennoch der Eisprung ausgelöst wird und die Vulva abschwillt. Die Fähre wird allerdings nicht erfolgreich befruchtet werden. Allerdings kommt sie meistens im gleichen Jahr nochmals in die Ranz, nachdem der Körper festgestellt hat das keine Befruchtung stattgefunden hat.
Ein bis zwei Tage nach dem Paarungsakt, der für Außenstehnde sehr brutal erscheinen mag, da der Rüde die Fähe in den Nacken beißt und sie bis zu 30 Minuten festhält und dauern kann, kommt es durch die plötzliche Ausschüttung großer Mengen luteinisierendem Hormon ,kurz LH genannt, zum mehrfachen Eisprung. Während sich die Eizellen im Eileiter befinden, können sie von männlichen Spermien befruchtet werden.
Nach erfolgreicher Paarung kommt es genau nach 42 Tagen zur Geburt.
Die Fähe bleibt nach der Paarung noch 4 Wochen, also 28 Tage, in der Gruppe. Danach kommt sie in eine große Box mit Wurfkiste. Da hat sie dann ihre Ruhe und kann sich auf die Geburt ihres Nachwuchs vorbereiten.Gegen Ende der Tragzeit verdicken sich die Milchleisten und die Zitzen werden deutlich sichtbar, wobei etwa sechs bis acht Zitzen ausgebildet werden.Einige Tage vor der Geburt fängt die Fähe an ihre Schalfkiste ein höhlenartiges Nest zu bauen, indem die Welpen später geboren werden. Darum bekommen unsere Fähen 1 Woche vor der Geburt täglich frisches Nistmaterial um ein Nest bauen zu können. Kurz vor der Geburt wird die Fähe sichtlich träger, zeigt Fressunlust, trinkt aber sehr viel.Das Gesäuge ist jetzt voll entwickelt. Geboren werden die Kleinen meist in der Nacht oder den frühen Morgenstunden. Die Fähe legt sich auf die Seite und preßt die Welpen aus den Geburtskanal. Die Welpen haben bei der Geburt ein Gewicht von ca. 9 bis 11 Gramm und sind um die 7 cm lang. Die Geburt dauert meistens so um die 4 Stunden und es werden durchschnittlich 6 - 8 Welpen geboren. Nachdem auch der letzte Welpe zur Welt gekommen ist, werden die Kleinen in ihr Nest getragen und gesäugt. Die Welpen werden nackt geboren und haben alle eine hautfarbene Färbung. Nach etwa 5 Tagen sieht man dann ob es helle oder dunkle Fretts sind. Bei den die später dunkel werden erkennt man nun schon die dunklen, aber noch geschlossenen Augen.
Am Wurftag kontrollieren wir die Wurfkiste und die Neugeborenen genau und nehmen eventuelle Totgeburten oder Reste der Nachgeburt, die die Fähe nicht gefressen hat weg. Danach wird zwar jeden Tag reingeschaut aber die Kleinen von uns nicht mehr angefaßt, damit das Muttertier so wenig wie möglich gestört wird.
In den ersten drei Lebenswochen der Kleinen wird durch belecken der Bauchregion der Welpen der Kot und Urinabsatz stimuliert und von der Mutter abgeleckt. Ab der dritten Woche fangen die Kleinen dann an auch andere Nahrung zu sich zu nehmen, außer die Muttermilch, ab dieser Zeit frißt die Fähe die Ausscheidungen Ihrer Welpen nicht mehr und unsere eigentliche Arbeit der Aufzucht der Welpen beginnt damit. Nun wird die Schlafkiste täglich mehrmals kontrolliert und von Kot und Urin gesäubert. Dies ist sehr wichtig um einer Infektionsgefahr vorzubeugen.
Da so kleine Racker sehr viel Dreck machen und täglich mehrmals die Schlafbox gesäubert verwenden muß, verwenden wir Sägespäne.
Viele meinen dies wäre der falsche Untergrund, da die Welpen diese bei der Nahrungsaufnahme mitfressen und an Darmverschluß leiden könnten. Wir haben diese Erfahrung in unserer mehrjährigen Zucht noch nicht einmal gemacht. Können Sägespäne nur empfehlen, da es hygienischer ist als Stoffreste oder ähnliches. Man muß aber auf jeden Fall drauf achten, das entstaubte Sägespäne verwändet werden.
In den ersten 14 Tagen nach Ihrer Geburt verfünffachen sie etwa ihr Gewicht. Ab der dritten Lebenswoche reicht die Muttermilch nicht mehr aus um den riesigen Hunger der Kobolde zu stillen. Sie werden nun 5 bis 6 mal am Tag mit "Kükengrütze", angereichert mit Vitaminen und Spurenelementen, zugefüttert. Diese Kost hat sich bei uns super bewährt, da in dieser Phase auch die ersten Milchzähne wachsen.
Ab diesem Zeitpunkt, so bald sie auch andere Nahrung zu sich nehmen außer Muttermilch , werden die Kleinen einmal wöchentlich entwurmt !!!!
Die Augen öffnen die Kleinen dann so um den 30. Lebenstag, oftmals erst ein Auge und das andere etwas später. Zur gleichen Zeit färbt sich das Fell um und man kann erkennen welche Farbe der Racker später haben wird.
Nun beginnen wir damit die Kleinen täglich und häufig auf die Hand zu nehmen und mit ihnen zu spielen. Sie werden von uns soweit es geht und möglich ist sozialisiert und zahm gemacht.
Das häufige sauber machen, ca. 5-6 mahliges füttern am Tag und spielen mit den Kleinen nimmt täglich einige Stunden in Anspruch. Was sehr sehr viel Spass macht aber auch sehr viel Arbeit und Zeit kostet.
Die Fähe bleibt mindestens bis zur 9 Woche bei ihren Jungen. Sie lernt ihnen das richtige Verhalten, auch untereinander.
Ab der 9 Woche können die Kleinen, mehrfach entwurmt und geimpft, bei Ihren neuen Besitzern einziehen und das Muttertier wird in ihrer Gruppe wieder eingegliedert.
Zum Abschluss möchten wir noch erwähnen das es sehr viel Spaß und Freude macht die Kleinen herranwachsen zu sehen. Gleichzeit aber auch betonen das es ein riesen Zeit-, Arbeits- und Kostenaufwand ist. Dies sollten Sie berücksichtigen falls sie selber züchten möchten.